Die Straßen von Ehrenbreitstein – Friedrich-Wilhelm-Straße

Friedrich-Wilhelm-Straße
Die Friedrich-Wilhelm-Straße hieß ursprünglich “Arzheimer Bachstraße”, da sie neben dem in einem offenen Kanal zum Rhein fließenden Blindbach verlief. Anfangs war nur die am Bach liegende Nordseite bebaut. Erst durch die Hofbaumeister Sebastiani und Judas wurde Ende des 17., bis Anfang

des 18. Jahrhunderts auch die südliche Straßenseite bebaut.

Nach der Auflösung des Kurstaates und der Abtretung des Amtes Ehrenbreitstein an Nassau erfolgte die Umbenennung zugunsten des neuen Landesherren, des Fürsten Friedrich Wilhelm zu Nassau-Weilburg (25.10.1768 – 09.01.1816).

Fr.-Wilhelm-Straße 149
Dieses Haus ist offensichtlich in den 70er Jahren des 17. Jh. erbaut worden. Es hat eine an den Ecken abgerundete Basalt-Türeinfassung mit einer Kartusche in der Mitte. Die zeigt einen Ziegenbock und die Initialen JR. Anfangs hieß das Gebäude „Zum

goldenen Kreuz“, von Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte es dem Brigadier Engel – deshalb dann auch der Name „Das Engels Haus“. 1840 brannte der Dachstuhl des Gebäudes ab und erhielt beim Wiederaufbau sein drittes Stockwerk und die heutige Dachform.

Fr.-Wilhelm-Straße 151
Die Vorderfront des 1711 errichteten Gebäudes, die weitgehend original erhalten ist, gilt als Beispiel für das Können der Ehrenbreitsteiner Kunsthandwerker.

Es ist wohl von Hans Georg Judas erbaut worden. Das Haus wurde ursprünglich sowohl für Gewerbe- als auch für Wohnzwecke genutzt. In den 80er Jahren stand das Gebäude lange Zeit leer.

Fr.-Wilhelm-Straße 153
1696 hatte der Hofzimmermeister Hans Georg Judas das Grundstück von der kurfürstlichen Kammer erworben und sein Haus gebaut. Nach seinem Tod (1726) erbte es die Tochter Margarethe – sie war mit dem Hofbäcker Peter Leisen verheiratet. Danach gehörte es ab 1764 dem Bäckermeister Wilhelm Hergen, ab 1790 dem Kaufmann und Essigfabrikanten Ludwig Boogers. Danach gehörte der Bau dem Mehlhändler

Fehlinger, ab 1814 einem gewissen Leyental, dem Teilhaber der Tabakfabrik Fröhlich und Leyental. Um 1845 war Carl Steinebach, der hier ein Kolonialwaren-geschäft und einen Eisen-handel betrieb, der Eigentümer. Nach 1875 erwarb der Kaufmann Josef Weis das Haus. Mit seinem Sohn Josef betrieb er hier die Kohlen- und Baumaterialhandlung Josef Weis und Sohn. Dr. Joachim Kneis, Urenkel von Josef Weis (Senior) ließ das Gebäude 1985 umfassend und denkmalgerecht sanieren.

Fr.-Wilhelm-Straße 155
Auch dieses Haus ist in der Liste der Kulturdenkmäler wegen seiner Barocktreppe enthalten .

Fr.-Wilhelm-Straße 158
Der erste Apotheker in Ehrenbreitstein, Franz Gerhardt aus Cochem, baute 1996 in der Friedrich-Wilhelm-Straße auf dem Grundstück des heutigen Hauses 158. Damals standen auf dem heutigen Grundstück 2 Häuser. Nach seinem dem Tod ging die Apotheke 1729 an seinen Schwiegersohn Göttfried Heinrich Wolff. Die weiteren Besitzer waren ab 1757 Jakob Stephani, ab 1805 Nikolaus Hermes, ab 1826 Friedrich Wilhelm Hartmann. Dieser erwarb auch das benachbarte Eckhaus, ließ beide Häuser abreißen und erstellte das heutige Haus Nr. 158.
Im Hinterhof zur Meesgasse

steht noch ein zweistöckiges Gebäude mit einer großen, nach oben abgerundete Basaltfenstereinfassung, welche die Inschrift „Curfürstl. Trierisch Hoffapoteck 1692″ trägt. Dieses Fenster war wohl früher das Ladenfenster der Apotheke.
Im Haus befinden sich noch Teile eines schönen geschnitzten Wendeltreppengeländers und noch alte Türen mit Originalbeschlägen und Schlössern, welche noch aus der ersten Apotheke stammen. Die Apotheke blieb bis zu ihrer Schließung 1994 im Besitz der Nachkommen Peruche, denen das Haus auch heute noch gehört.

Fr.-Wilhelm-Strasse 160 + 161 – die Buschmannhäuser
Heinrich Klein, Kommandant der Festung Ehrenbreitstein, hatte 1703 das Baugrundstück für das Haus 160 von der kurfürstlichen Kammer erworben. Das Haus wurde vermutlich nach dem Entwurf des Hofbaumeisters Johann Christoph Sebastiani errichtet. Die schöne, noch original erhaltene Innentreppe wurde vom Hofzimmermeister Hans Georg Judas gebaut. Nach dem Tod von Heinrich Klein erwarb der kurfürstliche Kammerrat Johann Adam Mees 1705 das Haus, ebenso gehörte ihm das Haus Nr. 161. 1819 kaufte es der Gerber Schwartz, 1848 erwarb es der

Kaufmann Hubert Josef Buschmann. Die beiden „Buschmannhäuser” blieben ungefähr 125 Jahre über fünf Generationen im Familienbesitz. Die Familie Buschmann betrieb hier ihren Weinhandel, Anfang dieses Jahrhunderts kam auch noch die Branntweinbrennerei dazu, die heute noch zum Teil im Landesmuseum auf der Festung Ehrenbreitstein zu sehen ist. Die Erben Buschmann verkauften die Häuser 1980 an die Stadt Koblenz. 1985 erwarb Dr. Volker Flörkemeier die beiden Häuser und ließ sie vollständig renovieren. Heute beherbergt das Haus zwei Arztpraxen.Die Kellerräume der Häuser sind noch sehr gut erhalten.

Fr.-Wilhelm-Strasse 166
Auf der rechten Seite der Friedrich-Wilhelm-Straße standen schon im 17. Jahrhundert an Stelle der heutigen Häuser 161, 164 und 166 Gebäude. Sie waren aber so weit in die Straße vorgebaut, dass sie die Fahrbahn verengten und den Verkehr behinderten. 

Bei der Neuanlage der Baugrundstücke auf der rechten Seite wurde deshalb eine neue Baufluchtlinie festgelegt. Der Eigentümer, Emmerich Junck, verstand es, jahrelang den Abbruch hinauszuzögern. Erst sein Nachfolger, der Krämer Eppert musste 1754 das Haus abreißen und neu bauen lassen.

Fr.-Wilhelm-Strasse 167
Der Gerichtsschöffe und spätere Gemeindevorsteher Johann Jakob Mosler und seine Frau Katharina Jung erbauten dieses Gebäude 1677. Die Basaltstein-türeinfassung zeigt zwei ovale Schilder mit den Hauszeichen der Erbauer und die entsprechende Jahreszahl.
Die Eigentümer waren bis 1750 die Familie Mosler, dann der Gastwirt Adam Dahm. Ab 1770 gehörte es dem Kaufmann Stein,

von 1788 bis 1809 Jakob Görtz,der hier eine Weinwirtschaft einrichtete. Dann gehörte das Haus dem Regierungsadvokaten Balthasar und 1817 dem Blaufärber Andreas Mayer. Um 1830 erwarb es der Häutehändler Jakob Kirschbergei; dem es noch 1860 gehörte. Von 1883 bis 1914 war der Handelsmann Hermann Stern der Eigentümer, danach der Kutscher und Fuhrmann Josef Rüttgers. Bis 1937 war es im Besitz der Familie Rüttgers.

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