Raum 7 - Franz Gerhard Wegeler
geb: 2. August 1765 in Bonn
gest: 7. Mai 1848 in Koblenz
Wegeler war ein deutscher Mediziner und Jugendfreund Ludwig van Beethovens.
Wegeler besuchte in Bonn ab 1776 das dortige Jesuiten-Gymnasium. Nach dem Studium der Medizin an der Akademie in Bonn erhielt er von Kurfürst Maximilian Franz, ebenso wie Beethoven, ein Stipendium zur Weiterbildung an der k. k. Josefsakademie in Wien, wo er von 1787 bis 1789 studierte.
Wegeler führte den mit ihm befreundeten Beethoven bereits 1785 durch eine Empfehlung in die Familie der Witwe Helene von Breuning ein und eröffnete dem jungen Virtuosen damit den Weg für seinen weiteren gesellschaftlichen Aufstieg. Sie wurde eine große Förderin Beethovens während seiner Bonner Zeit. Helenes Tochter Eleonore von Breuning (* 23. April 1771 in Bonn; † 13. Juli 1841 in Koblenz)[1] wurde Beethovens Klavierschülerin und gilt als seine Jugendliebe. Sie wurde später Wegelers Ehefrau. Ihr Bruder Stephan von Breuning blieb auch später mit Wegeler und Beethoven befreundet.
Franz Gerhard Wegeler (1765–1848)
Nach seinem Abschlussexamen in Wien wurder er 1793 für ein Jahr Rektor der Universität Bonn, bevor er nach der Invasion französischer Truppen 1794 seine Tätigkeit einstellen musste und für zwei Jahre nach Wien floh, wo auch Beethoven seit dem Jahr 1792 lebte.
In seiner Wiener Zeit verfasste Franz Gerhard Wegeler, der weiterhin das Gehalt seiner Professur bezog, vor allem medizinische Schriften. 1796 in Wien sahen sich Beethoven und Wegeler zum letzten Mal, blieben sich aber bis zu Beethovens Tod 1827 durch Briefwechsel eng verbunden.
Nach seiner Rückkehr nach Bonn 1796 nahm er seine Tätigkeit wieder auf, bis 1798 die Universität geschlossen wurde. Nach einer kurzen Phase, in der Wegeler als praktizierender Arzt seinen Lebensunterhalt verdiente, bekam er Ende 1798 eine Anstellung als Lehrer für Entbindungslehre an der Zentralschule in Bonn.
Eine besondere Bedeutung erlangte Franz Gerhard Wegeler als Freund und Biograph Ludwig van Beethovens: Zusammen mit Ferdinand Ries arbeitete er von 1837 bis 1838 an dem Buch Biographische Notizen über Ludwig van Beethoven, das 1838 im Koblenzer Verlag Karl Baedeker erschien.
Eine Infektion im April 1848 wird als Ursache für seinen Tod im Mai 1848 gesehen. Sein Grab befindet sich auf dem Hauptfriedhof Koblenz
1807 zog Wegeler von Bonn nach Koblenz und wohnte zunächst in der Judengasse Nr. 52 (Berthold Prößler S. 19). Nach einem späteren Eintrag im Einwohnerverzeichnis der Stadt Koblenz von 1846 wohnte Dr. Wegeler im Haus Nr. 1013, das war gegenüber vom südlichen Schlossflügel in der Neustadt.
