Raum 6 - Biedermeier Salon
Als Biedermeier wird die Zeitspanne vom Ende des Wiener Kongresses 1815 bis zum Beginn der bürgerlichen Revolution 1848 in den Ländern des Deutschen Bundes bezeichnet.
Mit dem Ausdruck Biedermeier ist in der politischen Geschichte der Begriff der Restauration verknüpft, der sich auf die staatspolitische Entwicklung nach dem Ende der napoleonischen Zeit und des Wiener Kongresses bezieht. Bedeutsam ist der Begriff als Epochenbezeichnung der Kulturgeschichte, als solcher jedoch kaum klar konturiert, da viele Assoziationen zum Biedermeier aus dem späteren 19. Jahrhundert stammen und oft als (rück)projizierte Zuschreibungen gelten müssen. Als Vormärz wird die zum selben Zeitabschnitt gehörende entgegengesetzte Bewegung bezeichnet, die eine politisch revolutionäre Veränderung suchte und unter anderem bei Literaten wie Georg Büchner und Heinrich Heine ihren Niederschlag fand.
Der Ausdruck Biedermeier bezieht sich zum einen auf die in dieser Zeit entstehende eigene Kultur und Kunst des Bürgertums, so in der Hausmusik, der Innenarchitektur und auch in der Kleidermode, zum anderen auf die Literatur der Zeit, die oft mit dem Etikett „hausbacken“ oder „konservativ“ versehen werden. Als typisch gilt die Flucht ins Idyll und ins Private.

Andreas Jordan (derzeit nicht im Raum präsentiert)
geb: 25. August 1775 in Deidesheim
gest: 21. November 1848 ebenda
Jordan war ein bayerischer Politiker und Winzer. Er war Abgeordneter in der Zweiten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Bayern und Vorreiter bei der Einführung des Qualitätsweinbaus in der Pfalz. In seiner Vaterstadt Deidesheim war Jordan Bürgermeister und führte dort ein Weingut.

Johann Friedrich Deinhard (derzeit nicht im Raum präsentiert)
geb: 13. September 1772 in Wollenberg
gest: 23. Oktober 1827 in Koblenz
Deinhard war deutscher Unternehmer und Gründer der Koblenzer Sektkellerei Deinhard.
Deinhard wurde in Wollenberg geboren und absolvierte eine kaufmännische Lehre in Worms, woraufhin er 1794 nach Koblenz kam. Dort eröffnete er zunächst ein Einzelhandelsgeschäft für Kaffee, Salz, Käse, Spirituosen usw., wobei sich Wein zum stärksten Handelsobjekt seines Geschäfts entwickelte.

Tafelklavier
Das Tafelklavier ist eine frühe Bauform des Klaviers, bei der die Saiten horizontal quer und/oder schräg zu den Tasten verlaufen. Diese Konstruktion ermöglicht eine rechteckige Gestaltung des Gehäuses in Form eines Tisches; es wurde jedoch nicht als Tisch verwendet. Es beansprucht weniger Raum als ein Flügel

Dreiteiliger Zirkulierofen, Gusseisen
Sayner Hütte Bendorf-Sayn, ab 1820
Funktionsweise
Die Befeuerung (meist Holz oder Kohle) erfolgte im unteren Teil. dabei wurden die heißen Rauchgase nicht direkt in den Kamin geleitet, sondern zogen durch ein System aus Hohlräumen im Ofenkörper. Dabei erwärmtenen sie die Metallflächen und gaben Wärme an den Raum ab. Erst danach gelangten die jetz abgekühlten Gase in den Schornstein, die „Zirkulation“ bezieht sich also auf die Führung der Rauchgase
Der Zirkulierofen sollte mehr Wärme aus dem Brennstoff gewinnen, Räume gleichmäßiger beheizen und Brennmaterial sparen
Historischer Kontext
- Verbreitet ca. 1800–1880
- Vorläufer moderner Warmluft- und Speicheröfen
- Häufig in bürgerlichen Haushalten, Werkstätten und Amts- oder Schulgebäuden.

Teller aus der Porzellanmanufaktur Meißen
Er wurde im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts in der Porzellanmanufaktur Meißen hergestellt und zeigt ein typisches Blumen-Motiv der Biedermeierzeit. Derartige Dekore waren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr beliebt und schmückten vor allem dekorative Ausstattungsstücke bürgerlicher Salons. Auch bei diesem Stück, das als Leihgabe aus Privatbesitz ins Mutter-Beethoven-Haus gelangt ist, dürfte es sich um einen solchen Zierteller handeln, ein gemalter Teller mit Blumendekor.
Wert ca 100,00 Euro

Friedrich von Schiller
Diese Büchlein stellen eine Gesamtausgabe des Dichters dar, erschienen in Leipzig 1823.