Die Koblenzer Künstlerin Nataliy Schenkmann ist eng mit Ehrenbreitstein verbunden. Nicht nur, dass sie regelmässig an den Ehrenbreitsteiner Kulturtagen ausstellt, sie malte auch Ehrenbreitsteiner Persönlichkeiten und viele Ecken des Dahls. In ihrer Ausstellung im Mutter-Beethoven-Haus , die vom 14. Juni bis 12. Juli 2020 zu sehen ist, hat sie ihre Eindrücke in Farbe festgehalten. Ich habe mich bemüht, ihre Blickwinkel mit Fotos nachzuempfinden und an ihrer Stelle den gleichen Ort aufgesucht. Bitte vergleichen Sie selbst.

Helfensteinstrasse
Zur Zeit des Kurfürsten hieß die Helfensteinstraße noch „Clemensstraße“ nach dem Gerber Johann Clemens. Sie war früher die Hauptverbindung zwischen dem Ortseingang, der nach Montabaur und Limburg führenden Straße und dem Pfaffendorfer Tor und wurde deswegen auch „Frankfurter Chaussee“ genannt. Bei der Eingemeindung 1937 erhielt die Straße ihren heutigen Namen, weil es in der Koblenzer Innenstadt schon eine Clemensstraße gab.

Helfensteinstrasse
An der verwinkelten Anordnung der Baufluchtlinie, besonders nach der Bergseite hin, erkennt man wohl noch ihren ursprünglichen mittelalterlichen Verlauf. In der Zeit zwischen dem Ende des 17. und Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden hier, auf den Grundmauern von alten Häusern, neue schöne Barockhäuser, die zum größten Teil noch stehen. In der Helfensteinstraße befand sich auch im 15. Jahrhundert ein Augustinerinnenkloster.

Im Teichert
Die Strasse war Teil der Chaussee von Horchheim, bzw. Lahnstein durch die Helfensteinstrasse in den Westerwald nach Montabaur, bzw. Limburg und Frankfurt. An ihrer Ostseite stand das alte Kapuzinerkloster.

Im Teichert
Hier befindet sich einer von drei überbauten Durchgängen in Ehrenbreitstein. Falls Sie jetzt zweifeln: der Neubau des Gesundheitszentrums hat die Trottgasse überbaut, und unter dem Haus “Am Markt 223” ist gerade der Durchgang vom Markt zum Spielplatz am Gesundheitszentrum fertig gestellt worde.

Humboldtstrasse
Die Humboldtstraße wurde unter Kurfürst Johann Hugo von Orsbeck angelegt. Anlass war vermutlich der Bau der Hl.-Kreuz-Kirche, die sie über die Hofstrasse mit der Residenz verband. Sie erhielt den Namen Kirchstrasse. Das Kirchtor und ein 1731 erbautes zweistöckiges Wachhaus standen bis 1805 am oberen Ende, in der Mitte war die Kaserne für das kurtrierische Jägerbataillon, die für das ehemals durch die Sparkasse genutzte Haus abgebrochen wurde.

Heribertturm
Als ein das Stadtbild prägendes Gebäude gilt der nachweislich bereits 1588, also noch weit vor dem 30-jährigen Krieg erbaute Heribertturm. Kurfürst Johann VII von Schönberg hatte damals diesen Turm zum Schutz der kurfürstlichen Kellerei und als Treppenaufgang der an dieser Stelle erbauten Heribertskirche errichtet. Während der Belagerung Ehrenbreitsteins durch französische Truppen wurde 1636 zwar das gesamte Dahl einschließlich Heribertskirche eingeäschert, doch der Turm überstand diese Feuersbrunst und wurde 1672 in die Stadtbefestigung als Wehrturm einbezogen. 1848 wurde das Obergeschoß ausgebaut. Mit einigem Glück und vielleicht der Hilfe von Manfred Diehl kann man den Turm auch von innen besichtigen. Als Erstes sieht man das Uhrwerk des Turmes, genial einfach mit hoher Ganggenauigkeit. Es wird übrigens mit einer Kurbel regelmäßig aufgezogen.