Statistiken nicht nur über Ehrenbreitstein

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    Bilanz eines Jahrhundertprojektes

    Ehrenbreitstein, bis zur Eingemeindung von 1937 eine selbständige Stadt, ist seit Anfang der 80er Jahre in den Mittelpunkt des Interesses der Stadtplaner gerückt. Vor dem Hintergrund des Städtebauförderungsgesetzes von 1971 begannen die Vorbereitungen zur Erneuerung der einst kurfürstlichen Residenzstadt, die bis heute das flächenmäßig größte Sanierungsgebiet in Rheinland-Pfalz und zudem auch Denkmalzone ist. Hochwasserschutz, Verlegung ganzer Straßenzüge, Neustrukturierung des innerörtlichen Verkehrs, völlige Umorganisation von Entwässerung und Trinkwasserverorgung ,dazu die Sanierung der zum Teil maroden Bausubstanz. Das sind gewaltige Herausforderungen, die öffentliche und private Investoren immer wieder vor Probleme stellten, wie sie es seit der schwierigen Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg an Rhein und Mosel nicht mehr gegeben hatte. In der Tat ist die Erneuerung von Ehrenbreitstein ein Jahrhundertprojekt, das die Geduldsfäden aller Beteiligten immer wieder bis auf äußerste strapazierte.

    Die Dimensionen des Projektes, das erst in diesem Jahr 2013 seinen erfolgreichen Abschluss finden wird, forderte den Schulterschluss der Verantwortlichen. Bundes- und Landesbehörden arbeiteten eng mit den kommunalen Ämtern zusammen, Bürger erhielten im Geist der gesetzlichen Vorgaben die Möglichkeit, aktiv an der Erneuerung ihres Stadtteiles mitzuwirken. Dass die Fortschritte von Planung, Genehmigung und Realisierung vielen Bewohnern der stark beeinträchtigten Ehrenbreitsteiner Kernbereiche lange Zeit nicht weitreichend genug waren, liegt auf der Hand. Hochwasserkatastrophen und die sich dramatisch zuspitzende  Verkehrssituation ließen berechtigte Zweifel daran aufkommen, ob das"Dahl" eine Zukunft mit Perspektiven hat, Selbst die größten Kritiker haben jedoch eingesehen, dass man ein extrem teure und technische Herausforderung nicht von einem Jahr auf das andere realisieren kann. Und: Nach gut 30jährigen Sanierungsaktivitäten kann niemand mehr behaupten, dass sich in Ehrenbreitstein nichts getan hat.

    Viele Gebäude sind inzwischen durch private Investoren saniert worden, der Hochwasserschutz der Zukunft hat aus Ehrenbreitstein einen hochwasserfreien Stadtteil gemacht. Nur den wenigsten ist bekannt, dass die Ehrenbreitsteiner Sanierung in ganz wesentlichen Teilen unter der Erde stattfand. Die Stadt und ihr Eigenbetrieb Stadtentwässerung haben hier Millionenbeträge investiert und damit die Voraussetzung geschaffen, die schmutzigen Fluten in Zukunft aus den bislang gefährdeten Kernbereichen fernzuhalten. Heute ist nach dem Restausbau des Teichert und der barrierefreien Anbindung des Schrägaufzuges eine gelungene Sanierung beendet.

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