 |
|
|
- Zwischenbilanz
Zwischenbilanz eines Jahrhundertprojektes
|
|
Ehrenbreitstein, bis zur Eingemeindung von 1937 eine selbständige Stadt, ist seit Anfang der 80er Jahre in den Mittelpunkt des Interesses der Stadtplaner gerückt. Vor dem Hintergrund des Städtebauförderungsgesetzes von 1971 begannen die Vorbereitungen zur Erneuerung der einst kurfürstlichen Residenzstadt, die heute das flächenmäßig größte Sanierungsgebiet in Rheinland-Pfalz und zudem auch Denkmalzone ist. Hochwasserschutz, Verlegung ganzer Straßenzüge, Neustrukturierung des innerörtlichen Verkehrs, völlige Umorganisation von Entwässerung und Trinkwasserverorgung ,dazu die Sanierung der zum Teil maroden Bausubstanz. Das sind gewaltige Herausforderungen, die öffentliche und private Investoren immer wieder vor Probleme stellten, wie sie es seit der schwierigen Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg an Rhein und Mosel nicht mehr gegeben hatte. In der Tat ist die Erneuerung von Ehrenbreitstein ein Jahrhundertprojekt, das die Geduldsfäden aller Beteiligten immer wieder bis auf äußerste strapazierte.
Die Dimensionen des Projektes, das erst im 21. Jahrhundert seinen erfolgreichen Abschluss finden wird, forderte den Schulterschluss der Verantwortlichen. Bundes- und Landesbehörden arbeiteten eng mit den kommunalen Ämtern zusammen, Bürger erhielten im Geist der gesetzlichen Vorgaben die Möglichkeit, aktiv an der Erneuerung ihres Stadtteiles mitzuwirken. Dass die Fortschritte von Planung, Genehmigung und Realisierung vielen Bewohnern der stark beeinträchtigten Ehrenbreitsteiner Kernbereiche lange Zeit nicht weitreichend genug waren, liegt auf der Hand. Hochwasserkatastrophen und die sich dramatisch zuspitzende Verkehrssituation ließen berechtigte Zweifel daran aufkommen, ob das"Dahl" eine Zukunft mit Perspektiven hat, Selbst die größten Kritiker haben jedoch eingesehen, dass man ein extrem teure und technische Herausforderung nicht von einem Jahr auf das andere realisieren kann. Und: Nach gut 20jährigen Sanierungsaktivitäten kann niemand mehr behaupten, dass sich in Ehrenbreitstein nichts getan hat.
Viele Gebäude sind inzwischen durch private Investoren saniert worden, der Hochwasserschutz der Zukunft hat in den Jahren 1997 und 1998 deutliche Konturen angenommen. Nur den wenigsten ist bekannt, dass die Ehrenbreitsteiner Sanierung in ganz wesentlichen Teilen unter der Erde stattfindet. Die Stadt und ihr Eigenbetrieb Stadtentwässerung haben hier bereits Millionenbeträge investiert und damit die Voraussetzung geschaffen, die schmutzigen Fluten in Zukunft aus den bislang gefährdeten Kernbereichen fernzuhalten.
|
|
|
- Sanierung
|
Sanierung im Dahl
|
|
Ehrenbreitstein liegt im Schatten der gleichnamigen Festung, aber auch im Schatten der Großstadt Koblenz. Vieles wurde getan, um die verheerenden Schäden durch das regelmäßige Rhein- Hochwasser für die Zukunft zu verhindern. Durch gewaltige Baumaßnahmen ist Ehrenbreitstein inzwischen hochwasserfrei, und auch der Moloch Auto wurde in neue Bahnen gelenkt. Nur der Moloch hat das noch nicht so recht gemerkt. Immer noch gibt es zu viele und zu schnelle Autos in der verkehrsberuhigten Zone von Ehrenbreitstein, und das ist quasi der gesamte Ortskern.
|
|
Viele Hauseigentümer in Ehrenbreitstein haben ihre Häuser saniert. Sie haben viele finanzielle Mittel, aber auch viel Eigenarbeit investiert, damit der geschichtsträchtige Stadtteil wieder einen Hauch von früherem Glanz ausstrahlt. Aber immer noch sind Häuser in einem erbärmlichen Zustand oder stehen sogar leer. Und wo sich Bürger um Abhilfe bemühen und neuen Wohnraum schaffen möchten stellt ihnen der heilige Bürokratius Bäume in den Weg.
Man darf nun aber nicht verkennen, dass private Eigentümer oft die enorm hohen Mittel nicht aufbringen können, die zu einer Sanierung von Grund auf erforderlich sind. Und auch die heutigen Wohnansprüche sind gewaltig gestiegen, so daß auch in dieser Richtung umfangreiche Modernisierung erforderlich ist. Unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit alleine also wird sich dieser Zustand nicht so rasch ändern
|

|
|
Obwohl also von einer abgeschlossenen Stadtteilsanierung noch auf Jahre hinaus nicht gesprochen werden kann, hat sich das Bild von Ehrenbreitstein in den letzten 20 Jahren enorm zu seinem Vorteil verbessert.
Und die Hoffnung ist der Abschluss der Bauarbeiten im Zuge des Hochwasserschutzes. Seit Anfang des Jahres 2003 ist das Dahl hochwasserfrei, und jetzt kann es sich lohnen, in Häuser, Wohn- und Gewerberaum wieder zu investieren.
|
|
|
- Statistik
|
Infrastruktur von Koblenz statistisch gesehen.
|
|
Statistiker haben die Infrastruktur von Koblenz untersucht. Dabei war es ihnen wichtig festzustellen, wie gut die Versorgung der Stadtteile insgsamt ist. Untersucht wurde die Lage von Bushaltestellen, Kinderbetreuung mit Spielplätzen und Schulen, die Versorgung durch Lebensmittelläden, Apotheken und Ärzten. Es wurde ein Nahversorgungsindex errechnet, durch welchen die Statdteile vergleichbar gemacht wurden. Da ich glaube, daß für Ehrenbreitstein weder der Wochenmarkt noch LIDL berücksichtigt wurden schätze ich Ehrenbreitstein um mehrere Plätze besser einzuordnen als dies in der Statistik jetzt der Fall ist. Ideal wäre ein Nahversorgungsindex von 100, den kein Stadtteil erreichen kann.
Die Rangliste der Stadteile und ihr Index:
|
|
01. Südliche Vorstadt
|
94,0
|
|
16. Karthäuserhof
|
68,4
|
|
02. Rauental
|
93,9
|
|
17. Arenberg
|
68,3
|
|
03. Altstadt
|
90,3
|
|
18. Güls
|
66,2
|
|
04. Kesselheim
|
87,8
|
|
19. Horchheim
|
65,0
|
|
05. Goldgrube
|
81,1
|
|
20. Pfaffendorfer Höhe
|
63,2
|
|
06. Karthause Flugfeld
|
79,3
|
|
21. Niederberg
|
65,0
|
|
07. Horchheimer Höhe
|
78,8
|
|
22. Moselweiß
|
61,0
|
|
08. Metternich
|
78,3
|
|
23. Wallersheim
|
58,6
|
|
09. Asterstein
|
75,7
|
|
24. Rübenach
|
58,5
|
|
10. Neuendorf
|
73,8
|
|
25. Lay
|
57,4
|
|
11. Koblenz Mitte
|
73,6
|
|
26. Arzheim
|
48,8
|
|
12. Ehrenbreitstein
|
73,3
|
|
27. Immendorf
|
46,3
|
|
13. Lützel
|
72,2
|
|
28. Bubenheim
|
42,4
|
|
14. Karthause Nord
|
70,5
|
|
29. Oberwerth
|
36,8
|
|
15. Pfaffendorf
|
70,0
|
|
30. Stolzenfels
|
34,1
|
|
|
|
|
|
|
|
Insgesamt liegen die rechtsrheinischen Stadtteile mit dem Index von 64,3 unter dem Gesamtdurchschnitt von 67,7.
|
|
|
- Lärmschutz
|
Bundesmittel für Lärmschutz in Ehrenbreitstein
|
|
(verschiedene Quellen vor 2010)
Ehrenbreitstein erhält Bundesmittel für Lärmschutzmaßnahmen. Ein entsprechende schriftliche Zusage wurde inzwischen von Innenstaatssekretär Roger Lewentz an Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann übergeben. Diese Maßnahme mit Kosten von 670 000 Euro wird aus Restmitteln des Konjunkturpakets II finanziert, die nicht ausgeschöpft wurden. Nach Aussagen des Oberbürgermeisters werden Bund und Land weit mehr als 50 % der Kosten übernehmen, und der Anteil der Stadt Koblenz muß erst ab 2012 zurück gezahlt werden. Die vorgesehene Lärmschutzwand wird sich von Diehl´s Hotel bis zum Bahnhof Ehrenbreitstein erstrecken und somit auf einer Länge von 490 m den Lärmpegel für den Kernbereich des Dahls vermindern.
Neben der Lärmverminderung soll auch die Parksituation stark verbessert werden. Der bereits jetzt bestehende Parkraum soll der südliche Teil unter der B42 ab Ende November provisorisch geöffnet werden, und der nördliche Teil soll bis Ende März 2010 fertig sein. Für diesen Bereich wird auch eine Parkraumbewirtschaftung gefordert, welche Parkausweise für die Dähler Bevölkerung vorsieht. Man will damit der übermäßigen Belegung von Parkraum durch auswärtige Beschäftigte im Stadtbereich Koblenz, vor allem im Schloß, begegnen.
Nachtrag 01.01.2011: Inzwischen ist die Maßnahme Lärmschutzwand entlang der Bahnstrecke verwirklicht, die Parksituation wird sich mit Vollendung der Hofstraße ändern, eine Parkraumbewirtschaftung wird kommen. Zu gegebener Zeit werden die entsprechenden Maßnahmen an entsprechender Stelle beschrieben.
|
|
|
|
|
|