Die klassizistische Großfestung Koblenz - Feste Kaiser Franz

Die Feste Kaiser Franz, erbaut zwischen 1816 und 1822, wurde nach Franz L, Kaiser von Österreich benannt. Er war zuvor Verbündeter Preußens in den Befreiungskriegen. Die Lage dieser Feste nördlich der Mosel und links des Rheins am Hang des Petersberges sicherte den nahen Moselübergang und überwachte die durch die Neuendorfer Flesche (Flesche: Dreieckiges Vorwerk mit in erwarteter Feindrichtung gerichteter Spitze) beherrschte Ebene bis zum Rhein.
Erhalten ist die Reverskaponniere (Kaponniere: Fest gedeckter oder massiv gemauerter Gang oder Raum, aus dem geschützt geschossen werden konnte) des Kernwerks und das Haupttor mit der anschließenden Poterne (unterirdischer, bombensicherer Gang zwischen Festungsbereichen). Die Fassade zeigte Einflüsse der sogenannten Revolutionsarchitektur. Einen guten Eindruck der Anlage vermittelt der Innenhof der Reverskaponniere mit einer monumentalen dreiläufigen Treppenanlage, Rundbogenfries und Palladio-Motiven. Überraschend ist das Haupttor, etwas südlich gelegen. Sein Vorbild findet es in Toren altägyptischer Tempel. Selbst der preußische Adler folgt der Form der geflügelten Sonnenscheibe.