Brücken in Ehrenbreitstein

Dähler Brücke? Nein, eigentlich haben wir gar keine Brücke in Ehrenbreitstein. Wenn man den Rhein überqueren möchte, muß man die Fähre nehmen oder die Pfaffendorfer Brücke. Diese kostete, wie man dem Büchlein von Willi K. Michels und Gustav Ferrari entnehmen kann, früher einmal Geld fürs drüber laufen.
Was also hat es mit der Ehrenbreitsteiner Brücke auf sich? Ja, wir hatten mal eine, und das immerhin bis 1945.

Doch zur Geschichte dieser Rheinüberquerung.
Sie reicht zurück bis zur Regierungszeit  des Kurfürsten Karl von der Leyen (1652-1676). Er versuchte, eine aus Pfahlbauten und Kähnen kombinierte Brücke über den Rhein zu bauen. Sie bestand auch ein Jahrzehnt, wurde aber im großen Eisgang 1670 vernichtet. Auch der letzte Kurfürst Clemens Wenzeslaus hatte den Plan für eine feste Rheinbrücke, aber er scheiterte schon an der Finanzierung.

Und so kam es zu einer Fliegenden Brücke. Dies war mehr ein Fährdienst, und dieser bestand von 1680 bis 1819. Allerdings wurde der Betrieb immer wieder unterbrochen, durch Hochwasser, Eisgang und nicht zuletzt durch Kriegsereignisse. Dies führte auch dazu, daß der Kurfüst Clemens Wenzeslaus Residenz und Verwaltung nach Koblenz verlegte und das dadurch erst eine größere Bedeutung als Ehrenbreitstein erhielt.

Die Brücke selbst war eine technische Meisterleistung. Sie bestand aus zwei großen aneinandergekoppelten Kähnen. Darauf war ein aus Balken und Brettern gezimmerter Belag, auf welchem Platz für acht Fuhrwerke und hundert Fahrgäste war. Sie war fest im Rhein verankert, wie es damals bei Fähren üblich war, und die Taue und Ketten liefen über neun Kähne.

Fliegende Brücke um 1670

Ansicht der fliegenden Brücke. Links sieht man noch die Philippsburg

Fliegende Brücke 1815

Rechts die -Festung mit der Stadt, gut zu erkennen die alte Kirche Hl. Kreuz.

Fliegende Brücke 1816

Links der 1611 erbaute Rheinkran.

Die Schiffbrücke

Irgendwann in der preußischen Zeit, zur Zeit der Garnisonsstadt Koblenz, dem Bau der Festung Ehrenbreitstein, also irgendwann genügte die Fliegende Brücke nicht mehr den Ansprüchen besonders der Bewohner und Militäreinrichtungen auf der linken Rheinseite. Und so beschloß man im Jahre 1818 auf Betreiben des Generals von Aster im Beisein des Kanzlers Hardenberg, eine Schiffbrücke zu erbauen. 40 000 Taler kostete sie, und Erbauer waren die Gebrüder Stinnes. Bereits am 18. April 1819 konnte sie dem Verkehr übergeben werden. Sie bestand aus 36 hölzernen Kähnen, und sie überspannte den Strom in einer Länge von 325 m.

Das Brückengeld betrug für Zivilpersonen 2 Pfennige, für den Militärverkehr war die Benutzung frei. Die Zahlstelle befand sich auf der Koblenzer Seite, und so konnten die Ehrenbreitsteiner die Brücke auch für einen Spaziergang nutzen. Der damalig Oberbürgermeister Maehler, ein gebürtiger Ehrenbreitsteiner, wollte das ändern und die Zahlstelle auf die rechte Rheinseite verlegen, damit eben die Koblenzer in diesen Genuß kommen würden, aber die Regierung stimmte diesem Vorhaben nicht zu. Trotz dieses Vorhabens, mit dem sich Maehler den Groll der Ehrenbreitsteiner zuzog, wurde viel später in Ehrenbreitstein ein Platz nach ihm benannt. Die Dähler sind halt nicht nachtragend.

Die Brücke mußte natürlich für die Schifffahrt immer geöffnet werden. Zunächst erfolgte das von Hand, erst in den 80er Jahren wurde dies durch Dampfbetrieb ersetzt. Bei Hochwasser und Eisgang wurde die Brücke zum Schutz vor Beschädigung in den Ehrenbreitsteiner Hafen gesetzt.
Die Brücke war bis 1945 in Funktion, und sie hat die größte Last des Fahr- und Fußgängerverkehrs getragen.

Schiffbrücke um 1825

Schiiffbrücke um 1850

Schiffbrücke 1896